mardi 18 juillet 2017

Deutsche Autos sind große Stinker

Friedrich: Wenn Sie die Werte haben, die ich gemessen habe, über 1.000 Milligramm pro Kilometer Stickoxide, und der Grenzwert ist 80 Milligramm, dann fällt es schon schwer, ein anderes Wort zu finden. Und das gilt nicht nur für Daimler, sondern für viele, viele andere Hersteller auch.

Zagatta: Daimler sagte aber jetzt, die in Verdacht geratene Abschalteinrichtung diene dem Motorenschutz, die sei notwendig.

Friedrich: Das ist eine seltsame Formulierung. Ich war ja bei der Formulierung dieser Worte dabei und da ging es nicht um Extremsituationen. Es war damals die Rede von Schutz bei minus 40 Grad in Nordfinnland, in Lappland, oder wenn der Filter völlig verstopft ist. Aber nicht um einen Normalfall, der in der Regel oft auftritt. Denn die Formulierung in der Gesetzgebung heißt: "normal use", also bei normaler Verwendung muss das System funktionieren. Und die Abschaltung ist eigentlich untersagt vom Gesetz, das ist eindeutig formuliert. Die haben die gleichen Formulierungen wie in den USA, keine Unterschiede im Wortlaut.

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Friedrich: Wir haben eine falsche Struktur. Das Kraftfahrt-Bundesamt lässt zu und kontrolliert sich selber. Das ist eigentlich unakzeptabel. Denn der zulässt, muss von jemand anderes kontrolliert werden. Und es ist kein Zufall, dass das in den USA die Umweltbehörde aufgedeckt hat, denn hier geht es um ein Umweltproblem. Wenn der Präsident des KBAs, des Kraftfahrt-Bundesamts öffentlich mir erklärt, dass er aus Umweltgründen keinen Rückruf macht, dann zeigt das, dass die Behörde nicht verstanden hat, um was es eigentlich geht. Es geht ja nicht um Mauschelei, sondern es geht wirklich um Betrug zulasten der Gesundheit der Menschen.

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Friedrich: Also, ich verstehe die Diskussion gar nicht. Wenn Sie eine Kaffeemaschine haben, die defekt ist, die nicht funktioniert, da zahlt auch nicht der Staat die Reparatur. Hier haben die Hersteller ihre Gewinne optimiert, in Anführungszeichen, nämlich erhöht, indem sie schlechte Hardware eingebaut haben. Wieso soll denn der Staat, soll ich als Fahrradfahrer mitzahlen, dass diese Fahrzeuge in Gesetzeskonform gebracht werden? Das ist doch unglaublich, finde ich! Das ist die Aufgabe der Hersteller, sie haben Schrott geliefert und der Schrott muss entsprechend auch nachgebessert werden, von ihnen, und auch nachgerüstet werden. Von ihnen, von niemand sonst.

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Zagatta: Herr Friedrich, hat den der Diesel überhaupt noch eine Zukunft? Also, wenn ich jetzt einen nagelneuen Diesel kaufe, bin ich dann auf der sicheren Seite?

Friedrich: Wir haben fünf Modelle gemessen, die die Grenzwerte einhalten, auf der Straße. Fünf von über 70. Technisch geht das, das zeigt das auch, und die Hersteller müssten Fahrzeuge liefern, die die Grenzwerte auf der Straße einhalten.

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Denn von zehn besten Fahrzeugen kommen acht aus dem VW-Konzern. Schon Ironie, dass VW jetzt die besten Abgaswerte liefert … Es ist eigentlich eher verrückt, denn sie haben aus ihrem Problem gelernt, die anderen immer noch nicht.

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