vor 21 Minuten, Juergen_ sagte:
Worauf führst du das zurück, ich meine die geringere Rollneigung mit MoS2?
Das hat mit dem Übergang von der hohen Haftreibung (1) über die geringere Mischreibung (2) bis zur Flüssigkeitsreibung (3) zu tun. Die Stribeck-Kurve veranschaulicht diesen Zusammenhang:
Bei jedem Anlaufen des Federkolbens aus dem Stillstand muss erst die hohe Haftreibung (1) überwunden werden.
Diese Haftreibung macht es der HP unmöglich, ihre tatsächlichen Federungsqualitäten zu beweisen. Sie kann nämlich nur federn, was vom Federzylinder an die Hydraulik in Form einer Auslenkung durchgereicht wird. Die Haftreibungskraft jedoch wird quasi an Hydraulik und Federkugel vorbei direkt in die Karosserie eingeleitet.
Beidseitige Straßenunebenheiten werden daher als kurze Stöße fühlbar (die Stöße sind kurz, weil schon bei Erreichen der Mischreibungsphase (2) die weiche Federung übernimmt).
Einseitige Straßenunebenheiten wie Bodenwellen bewirken asymmetrische Krafteinleitungen in die Karosserie, und daraus ergeben sich den Hebelgesetzen folgend Kippmomente um die Längsachse des Autos (Rollen genannt). Diese Erscheinungen halten länger an, weil sanfte Bodenwellen keine hinreichend hohen Kräfte aufbauen können, um die Haftreibungskraft zu überwinden.
MoS2 verringert die Haftreibungskraft der Phase (1) auf weniger als die Hälfte. Entsprechend schwächer sind die feinen, kurzen Stöße von Kanaldeckeln und Querfugen spürbar. Die Rollneigung um die Längsachse sinkt auf guten bis mittleren Straßen unter das Niveau der Wahrnehmungsschwelle. Auf schlechteren Straßen ist sie immer noch deutlich schwächer als bei anderen Autos.
Weitere Fragen dazu? Gerne.
MoS2-Zusatz im LDS (oder LHM)
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