jeudi 17 août 2017

"Energiewende" und was sie bedeutet

vor 7 Stunden, phantomas sagte:

Wirklich?

Na, dann bin ich mal gespannt, welche Länder unsere Entwicklung so attraktiv finden

- Verdoppelung des Strompreises

- Verfehlung der CO2-Ziele

An beidem ist nicht die Energiewende, sondern die Politik schuld. Das mit der EEG-Umlage und deren Konstruktionsfehler habe ich selber hier schon mehrfach auseinanderdividiert, und andere habens noch gründlicher gemacht. Lern lesen. Jedenfalls käue ich das nicht mehr wieder.

Zu den CO2-Zielen:

Ach, die werden nur deshalb verfehlt, weil man auf erneuerbare Energien umstellt?

Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Die werden verfehlt, weil sie keiner ernst nimmt. Nicht die Autohersteller, nicht die Politik, nicht sonstwer. Und: Ja, auch weil sich D immer noch an der Kohle zur Stromproduktion festhält. Einen Zusammenhang zu den erneuerbaren Energien sehe ich nicht. Erklär mir den.

Oder glaubst Du wirklich, nur weil der Strom ein paar Cent zuviel kostet, fahren zu wenige Elektromobile. Dann hast Du aber noch nicht geschnallt, dass Strom an öffentlichen Ladestationen für E-Mobile in der Regel so oder so wesentlich teurer ist, als an der Steckdose zu Hause. Seis, weil man mit Karte zahlen muss, die allein schon zig € im Jahr kost, oder weil mit teuren Pauschalen abgerechnet wird, oder weil man pro Zeit zahlt... Wenn ich mir allerdings vorstelle, wie viele Käfchen man sich so beim Laden gönnt, wenn man denn wirklich immer elektrisch fährt, ist es schwer, sich vorzustellen, die paar cent EEG-Umlage machten dann den Unterschied. Was kost ein Kaffee? 2.50€? Und die EEG-Umlage pro Batterieladung? Daran wirds nicht liegen.

Wenn zu wenige Elektromobile fahren, dann weil das Angebot zu dünn und zu teuer ist. Nicht zuletzt daran zu erkennen, dass die Deutsche Post, und nicht etwa ein Autohersteller, die Beruflich bedingte Mobilität elektrifiziert. Danach hat dann scheints ein Bäckermeister sich mit anderen zusammen getan, und die haben sich dann Elektrotransporter für einen Drittel des Preises bauen lassen, den die Autobauer für ihre umgebauten Dieseltransporter aufruft.

Der Strompreis mag da eine Rolle spielen, er ist aber nicht schuld dran, dass es noch nicht mehr Elektromobile gibt. Wenn ich von mir ausgehe: Teurer als Benziner in der Anschaffung, und dann auch noch mit kümmerlicher Reichweite... Und: Batterieleasing macht die Sache in der Anschaffung billiger. Aber fürs gekaufte, also eigene Auto dann ständig Leasingraten abzudrücken und dann noch mit km-Begrenzung unterwegs sein zu müssen, finde ich nicht erstrebenswert. Der Grund, warum ich meine Autos nicht Lease, liegt unter anderem ja gerade darin, dass ich keine Km-Rationierung will.

Und dann schau Dir Lachnummern wie den C-Zero oder den i3 an. Alle hundert Km nachladen, mit einem Auto, das 10'000 mehr kost, als ein C1? Nein danke. Kann ich mir nicht leisten... und der i3 ist noch schlimmer, der kost das doppelte oder mehr, bei noch weniger Reichweite. Und man kann sich nicht mal per Range Extender retten, denn der liefert auch nicht genug Strom, und der Tank ist nach etwa 100km so leer, dass ich nervös würde...

Aber klar, die Energiewende ist schuld. Gehts noch dümmlicher?

Zitat

- Vernichtung von Arbeitsplätzen

Welche denn? Die auf Staatskosten, in den Kohlezechen? Oder die bei der Autoindustrie, die zu doof ist, Abgasnormen auch nur ernst nehmen und einhalten zu wollen? Oder die, die jetzt wahrscheinlich flöten gehen, weil man in D weder Batterien noch Elektromobile bauen kann, die auch jemand haben möchte?

An allem ist natürlich die Energiewende schuld. Wäre alles noch da, wenn man bei den AKW geblieben wäre, was?

Zitat

- Beendigung des Strommixes durch Umstieg von planbaren zu unplanbaren Stromproduzenten

Wieder sowas saudummes, schlicht falsches. Den Strommix kann man nicht beenden, das ist schlicht Schrott, sowas zu schreiben, und zeigt, dass Du noch nicht mal annähernd weisst, wovon Du redest; nur weil im Strommix auch Photovoltaik drin ist, und Windstrom, und die nicht einfach mehr wie früher in einem 1%-Anteil unter "andere" zusammengefasst werden, ist nicht das Ende des Strommix. Zur info: to mix ist englisch und steht für mischen. Und wenn sich die Mischung verändert, bleibts immer noch eine Mischung.

Der Stromverbrauch ist niemals zu hundert Prozent planbar. Es gab die Strombörsen deshalb auch schon vor dem EEG. Weil jetzt aber nicht immer vor Mittag jeder Preis für Strom bezahlt wird, müssen sich Stromhändler halt vom inneren Autopiloten verabschieden.

Die Mär vom schlecht regelbaren Netz: Es ist halt nicht mehr so wie früher, dass AKW und Kohlekraftwerke 24/7 auf gleicher Last laufen, und jeden Mittag immer auf Vollast. Da kann man drüber jammern, oder sich drum kümmern, dass man zu mehr Regelenergie kommt. Mehr Kraftwerke also, die nicht oder nicht nur Bandstrom produzieren. Stromspeicher wären die Lösung. Jammern ist aber billiger und einfacher als die zu bauen.

Der Punkt ist: Das Stromnetz war schon immer schwer regelbar. Was die Stromkonzerne meinen, ist, dass es sich eben eher lohnt, Grosskraftwerke zu betreiben, wenn die auf Vollast fahren, als wenn man sie bei Sonnenschein zurückfahren muss. Schwer ist das nicht. Da macht man ein Regelventil zu, und dann ists das gewesen. Es lohnt halt nicht mehr, nur auf Teillast zu fahren... Daher weht der Wind. Nun ist die Energiewende ja aber auch schon ein paar Jahre im Tun, und dass AKW in Europa (ausser vielleicht in F, aber auch da nicht mehr so selbstverständlich wie vor 2011) ein Auslaufmodell sind, weiss man seit Tschernobyl (1986), wenn man es denn sehen wollte. Zeit genug eigentlich, dass sich auch Stromkonzerne danach richten konnten. Und die Tun das. Jeder grosse Stromkonzern hat Tochtergesellschaften, die auf erneuerbare Energie spezialisiert sind, lebt also auch von der Energiewende nicht schlecht, bei allem Gezeter.

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- Verschleudern von Stromüberschüssen ins Ausland

Man könnte auch Kraftwerke drosseln. Der Wetterbericht für den nächsten Tag hat immerhin 85% Trefferquote. Nur: Dann könnte man nicht mehr gegen Kleinkraftwerke wettern, und sähe das eine oder andere Grosskraftwerk in Frage gestellt.

Ich glaube, Stromkonzerne warens einfach 100Jahre lang gewohnt, dass sich Geld quasi von selber verdient. Jetzt lernen die gerade wieder das, was jeder Unternehmer kennt: Manchmal gewinnt man, und manchmal verliert man. Ist so. Nennt sich Unternehmerrisiko. Das rechtfertigt doch die Margen erst, von denen man lebt. Wenns kein Risiko gibt, kanns jeder, und dann ist kein Geld zu holen.

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- Verhinderung des Umstiegs auf Elektroantriebe und Schienenverkehr durch hohe Strompreise

Der Strompreis ist es nicht. Hab ich oben schon dargelegt. Autohersteller liefern keine auch nur halbwegs konkurrenzfähigen Elektromobile. Sonst wärs doch nicht möglich, dass die Deutsche Post und ein Konsortium um einen Bäckermeister Elektrotransporter billiger und besser bauen als die seit hundert Jahren etablierten Autohersteller.

Die besten Elektro-PKW kommen von Tesla. Auch keiner der etablierten Autobauer...

Und dass die DB keine brauchbare Logistik mehr anbietet, und jährlich tausende km Schienen stilllegt, hat doch nun wirklich nichts mit der Energiewende zu tun!

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Aber hier wird ja auch gemeint, eine Photovoltaikanlage liefert Strom ohne Verbrauch von Ressourcen. Als ob die Produktion keine Energie benötigt und ein PV-Modul keine Degradation (Leistungsverlust durch Alterung) erleiden muss.

Andersrum wird ein Schuh draus. Nach Diktion der Gegner der Energiewende kostet die Lagerung radioaktiver Abfälle einfach nichts. Nach Diktion der AKW-Befürworter gibt es billigen Atomstrom. Der ist so billig, weil das Betriebshaftpflichtrisiko und der Rückbau nicht eingepreist werden, und auch die radioaktiven Abfälle gratis gelagert werden, bzw. auf Staatskosten, also alles das nicht im Strompreis drin ist.

Auch Kohlestrom ist nur deshalb billig, weil die Kohle staatlich subventioniert ist.

Alles das gibts bei erneuerbaren Energien nicht. Was bei konventionellen Kraftwerken der Staat aus dem Staatshaushalt zuschiesst, zahlen bei den erneuerbaren Energien die Verbraucher direkt. Und noch nicht mal alle, sondern nur die, die in der Politik keine Lobby hatten.

Das, was Du da nennst, sind Kosten, dies auch bei Konventionellen Kraftwerken gibt. Und auch bei Grosskraftwerken sind Turbinen mal abgenutzt und wird mal ein Kessel oder ein Rohr altersschwach. Das passiert bei jeder Maschine. Ein in den 1950ern errichtetes Kohlekraftwerk ist heute, ohne Unterhalt, auch nicht mehr zu betreiben, und auch dessen Bau und auch die Herstellung dieser Technik hat eine Menge Energie verbraucht. Und der Betrieb noch mehr. Und NICHTS davon war erneuerbar. Die Energiebilanz eines jeden Kohlekraftwerks, jedes AKW's ist tiefrot. Aber das sind ja die Guten. Die Photovoltaik oder Windkraft, die nach ein paar wenigen Jahren mehr Energie geerntet hat, als sie in der Herstellung verbrauchte, die also eine positive Energiebilanz ausweist, und die im Betrieb keine fossilen oder sonstigen endlichen Ressourchen verbraucht, das ist ganz, ganz, gaaaaaanz pöse. Verstehe.

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Da bin ich dann raus.

Gut, dass Du raus bist. Einer weniger, der Mist erzählt, und das nicht merkt, oder merken will.

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"Energiewende" und was sie bedeutet

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