Am vergangenen Sonntag fand in Mönchengladbach der 44. Flughafenslalom meines Heimatvereins MSC Odenkirchen statt.
Für mich war es die Slalom Premiere in einem anständigen Wettberwerb und für den V6 Activa darüber hinaus 20 Jahre nach Markteinführung eine Deutschlandpremiere. Da ich den Wagen vorher in die Fahrzeugliste des Deutschen Motorsportbundes eintragen lassen musste, kann man mit Sicherheit sagen, dass vorher noch niemand auf die bekloppte Idee gekommen ist, das Modell in einem deutschen Slalom zu nutzen. Entsprechend wurden wir vom Streckensprecher als "Exot" angekündigt, was angesichts der NSU TT und Renault Alpine im Starterfeld sehr schmeichelhaft war
Aber der Reihe nach...
Vorbereitung:
Wie ich von meinen Kollegen lernen durfte, beginnt die Vorbereitung immer mit Putzen. Auch wir haben uns innen und außen etwas aufgehübscht ohne zu viel Klarlack abzustreifen und anschließend die Sportsohlen aufgezogen. Mitte der Woche war es noch sehr heiß. Für den richtigen Reifendruck habe ich mich am letzten Nürburgring Ausflug +0,1 Bar orientiert. D.h. bei 30°C Außentemperatur und kalten Reifen Vorne 2.1 Bar, hinten 1,9 Bar.
Statt der Standard LHM Füllung ist weiterhin Hydraclean befüllt, was die Lenkung etwas leichtgängier macht. Der hinderliche Widerstand bei den Testfahrten im April ist damit etwas geringer, aber besonders bei Linkskurven weiter vorhanden.
Samstagmorgen ging es ans Aufbauen an die Strecke. Zaun ziehen, Feuerlöscher platzieren, Strecke abstecken. Das Wetter wurde mittlerweile ziemlich frisch und mir kamen erste Zweifel bezüglich des niedrigen Reifendrucks. Während ich für einen anderen Termin recht früh los musste, gönnten sich die Clubkollegen Currywurst Pommes und private Testfahrten auf der Strecke.
Renntag:
Ich muss zugeben, ich habe in der Nacht etwas schlechter als gewöhnlich geschlafen. Die Kombination aus Vorfreude, einem gewissen Ehrgeiz und totaler Planlosigkeit was Ablauf und gute Sitten bei so einem Event angehen, ließ mir keine Ruhe. Sonntagmorgen klingelte der Wecker um 5:45. Ab 7:15 öffnet das Nennbüro, 7:45-8:30 ist Streckenbegehung.
Pünktlich um 7:15 im Nennbüro und noch keine Fußgänger auf der Strecke. Eine gute Gelegenheit schon mal die Startnummer anzukleben und außerhalb des Geländes zur technischen Abnahme durch einen ADAC-Mann zu fahren. Hier staute es sich schon ein wenig und der Mann ließ sich inbesondere bei der Suche nach dem E-Prüfzeichen der Helme jede Menge Zeit (insbesondere bei meinem). Wurde übrigens begrüßt mit "Ein schönes, simples Auto, das Sie da haben".
Abgenommen war dann alles um 8:22, pünktlich zur Durchsage, die Streckenbegehung nun zu beenden und sich am Vorstart einzufinden. Na klasse, ich habe keine Ahnung wie der hintere Teil der Strecke abgesteckt ist, der vom Zuschauerbereich nicht wirklich einsehbar ist.
Ich nutze die letzten Minuten ein wenig die Konkurrenz zu beobachten, mir die Streckenskizze einzuprägen und noch mal das Steuergerät zu reseten. Kaum sind die ersten Autos auf der Strecke zu hören, verlässt mich die letzte Nervosität und weicht der Vorfreude.
Das Starterfeld ist in 3 Gruppen unterteilt (G, F und H), die wiederum bis zu 6 Klassen beinhalten. Die 3 Gruppen orientieren sich Grad der zulässigen Modifikationen der Autos. Die Klassen innerhalb der Gruppe am Leistungsgewicht (G) oder am Hubraum (F & H). Der Xantia ist in Gruppe G2 einzuordnen. Als einziges Fahrzeug mit diesem Leistungsgewicht, wurde ich mit den stärkeren Fahrzeugen der G1 zusammengelegt. Die direkte Konkurrenz bestand aus Opel Corsa OPC Nürburgring Edition und Toyota GT86.
DIe Gruppe G erlaubt lediglich Modifikationen an Fahrwerk und Reifen (inkl. Slicks und Rennreifen aller Art), sowie sicherheitsrelevante Änderungen. Das Leergewicht darf 100 Kg unter dem Eintrag im Fahrzeugschein liegen. Die Konkurrenz scheint das voll auszunutzen. So weit ich das beobachten konnte, war ich der einzige von über 60 Startern ohne Slicks. Außerdem hab ich noch 40L Sprit im Tank
Dann war es endlich so weit. Insgesamt darf jeder Starter die 2000m lange Strecke 3 Mal befahren. Ein Trainingslauf gefolgt von 2 Wertungsläufen, die für das Endergebnis addiert werden. Für verschobene Pylonen gibt 3 Strafsekunden. Wird ein Hindernis komplett ausgelassen, werden 15 Sekunden aufaddiert.
Die bereits gestartete Gruppe G6 (hauptsächlich Polo 86c und Corsa B ) fuhr im Training Zeiten von 1:58-2:10 min mit Slicks und Gewindefahrwerk. So eine 2:10, das wäre klasse! Keine Strafsekunden beziehen und dann hoffen nicht letzter zu werden! Mit dem Ziel ging es auf die Strecke Am Start wankt der Xantia noch einmal auf und ab, was das Publikum sehr belustigt.
Wie auf dem Nürburgring, ist das Gefühl auf eine Rennstrecke zu fahren einfach erhaben. Es gibt kaum was schöneres und ich fühle mich in dem Moment total entspannt. Die Strecke ist im hinteren Abschnitt, den ich vorher nicht einsehen konnte, mit dem Training im April identisch und ich kann eigentlich von Beginn an ganz gut pushen. Am Ende steht eine 2:07:34 ohne Fehler und das erste Tagesziel ist erreicht.
Im ersten Lauf bin ich komplett im 2. Gang gefahren und stellenweise dem Begrenzer sehr nahe gekommen. Ich beschließe für die Wertungsläufe die schnelleren Teile im 3. Gang zu fahren und dadurch noch etwas Zeit zu finden.
Im ersten Wertungslauf können sich alle Teilnehmer noch einmal deutlich steigern und im Schnitt um 3 Sekunden verbessern. Da will ich nicht nachstehen und nehme mir insgeheim eine 2:05. vor. Am Ende wird es ein Lauf mit 1-2 Fehlern und eine 2:04.81.
Im Zweiten Wertungslauf soll noch eine Sekunde runter. Dazu muss ich insbesondere die Enge Gasse am Startbereich und die schnellen Gassen vor der Wende besser fahren. Zum Teil klappt das, aber ich nehme auch zwei Pylonen mit, was 6 Strafsekunden bedeutet. Die Zeit ist eine leichte Verbesserung 2:04:16 (+6).
Am Ende macht das Platz 4 von 5 in der Klasse G1/G2 und Platz 43 von 56 gewerteten Startern in der Gesamtwertung. Oder positiv formuliet, nur eine Position am ersten Pokal vorbei
Fazit:
Das Potential ist da und das motiviert. Spaß macht es sowieso. Ich glaube das nicht mein letztes Slalom-Event Außerdem scheint der Xantia den Leuten an der Strecke und im Verein irgendwie vergnügen zu bereiten.
Allerdings gibt es einige Möglichkeiten zur Verbesserung:
- Reifendruck vorne war rückblickend viel zu gering. Der Xantia hat zu sehr untersteuert, die Reifen haben sich verformt, das man die Spuren auf der Seitenwand sehen kann. Die Lenkung war dadurch auch zu unpräzise
- Lenkung: Immernoch initialer Widerstand nach links. Das schafft bei schnellen Lastwechseln nicht gerade Vertrauen. Auch hier steckt noch die ein oder andere Sekunde
- Fahrwerk: Der Activa muss deutlich härter werden!
- Reifen: Slicks sind der Standard in allen Klassen. Wenn man die nicht hat, kann man auch keinen Blumentopf gewinnen
- Besser fahren! Mit genug Übung hätte ich sicherlich 2:01-2:02 fahren können. Insbesondere präziseres lenken, eine vorausschauendere Linie und späteres Bremsen sind der Schlüssel zum Erfolg
Xantia V6 Activa - Ja, der aus München!
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